Namibia, Otjiwarongo

Die Strecke von der Ostseite des Etosha bis Otjiwarongo ist ja wohl die langweiligste in ganz Namibia.
Ich hab das Gefühl, ganz Namibia ist eingezäunt. Man könnte eine Abhandlung über die Zäune schreiben, weil die immer unterschiedlich aussehen, immer Drahtzäune mit Längsstreben, kurze, lange, oben kurz, unten kurz, alle Variationen.
Wir entscheiden uns für einen traumhaften Platz am Waterberg Plateau. Wieder nur mit einem anderen Camper zusammen.
Hier hat man schnell man etliche Kilometer runtergefahren, es ist immer so trügerisch. Es heißt bis zum Camp 20 km, vor dem Camp ist ein Tor, dann noch 8 km, dann abbiegen, dann noch 6 km usw. Zum Schluss kommen da locker etliche km zusammen. Mittlerweile haben wir eh schon 3.000 auf dem Buckel.

   

       

Namibia, Etosha Nationalpark

Wir fahren zum Westeingang des Etosha Nationalpark ein.
Ich hab’s mir anders vorgestellt. Teilweise hat man den Eindruck, als würde man durch Obstplantagen in Südtirol fahren. Aber der Schein trügt. Bei genauem hinsehen verbergen sich überall Tiere zwischen den Sträuchern und Bäumen, Zebras, Giraffen, Gnus, Springböcke etc.
Die Krönung, ein verliebtes Löwenpärchen am Straßenrand. Sie wollte nur schmusen, er wollte Sex.
Übernachtung im ersten Camp. Wir sind allein mit einer kanadischen Truppe von 3 Leuten. Man hat ein bisschen das Gefühl bei Jurassic Park mitzuspielen. Das Camp ist mitten in der Pampa mit meterhohen Drahtzäunen gesichert, mit Strom und T-Trägern verstärkt. Aber es passiert nichts. An dem vorhandenen Wasserloch lässt sich niemand blicken.
Weiterfahrt durch den 22.000 qkm großen Park, die Strecken sind ewig lang, wir sehen unglaublich viel. Elefanten, Nashörner, Hyänen und immer wieder Zebras, alle unglaublich schön.
Übernachtung im nächsten Camp. Diesmal sind mehrere Camper da, ungewohnt, wir waren bisher fast immer allein auf den Plätzen. Diese Nacht geht die Post ab, es ist ein Gebrüll und Geheule im Hintergrund, dass es einem schon ein wenig mulmig wird. Am hauseigenen Wasserloch sehen wir Nashörner und Giraffen im Schein der orangenen Beleuchtung trinken. Schakale streifen durchs Camp auf der Suche nach Futter.
Dritter Tag durch Etosha Richtung Osten. Die Flächen werden offener und weiter, es fahren Touristenbusse durch die Gegend. Was wir jetzt nicht so prickelnd finden.
Beeindruckend ist die Etoshapfanne, wie ein riesiger ausgetrockneter Salzsee, der auch nicht am Horizont nicht enden will.
Am Abend sind wir durch. Die erhofften Geparden und Leoparden waren leider auswärts essen. 

                 

Namibia, von Epupa nach Ruacana

Wir besuchen ein Himbadorf mit einem Himbaguide, der uns alles erklärt, wir lernen 3 Wörter Himba. Die Himbas sind unglaublich eindrucksvolle, stolze Menschen, mit erhobenem Haupt. Wir werden eingeführt ins Dorfleben. Die Himbafrauen waschen sich nie, sondern schmieren sich mit einer Paste aus Butterfett und Rotholzpulver ein. Es werden auch Parfüme hergestellt aus dem Saft eines bestimmten Baumes, mit dessen Ästen man sich die Zähne putzen kann. Ich hab’s ausprobiert. Schmeckt. Sie tragen tollen, selbstgefertigten Schmuck, der bestimmte Bedeutungen hat, wie z.b. Anzahl der geborenen Kinder, verheiratet etc. Alles in allem eine tolle Begegnung, mit einer unglaublichen Offenheit. Ich bekomme ein Himbababy auf den Arm, was ich am liebsten mitnehmen würde. Wir haben den ganzen Tag noch den Geruch der Himbas auf der Haut und in der Nase.

Dann weiter nach Ruacana, 91 km davon Offroadstrecke. Anstrengend, aufregend, teilweise in einer Geschwindigkeit, dass man daneben herlaufen könnte. Jedes Rad kämpft sich einzeln durchs Gelände. Immer wenn wir stoppen, steht plötzlich ein Himba neben uns. Die tauchen auf, aus dem Nichts. Oder Kinder, die am Wegesrand stehen und Sweeties rufen. Wir hätten einen Anhänger voll Sweeties dabeihaben müssen.

Übernachtung in der Pampa . Unmengen von Insekten, sobald man Licht macht, ist alles übersäht mit Insekten. Habe ich schon erwähnt, dass die Insekten hier andere Dimensionen haben als bei uns. Die Nachtfalter haben eine Flügelspannweite von 25 cm, die Grillen sind 10-15 cm groß, alles andere ist auch ganz ordentlich.
Wir bauen aus Palmwedeln und Ästen Überfahrtwege durch morastige Flussbetten und hoffen jedesmal nicht stecken zu bleiben.

2 Ersatzreifen später erreichen wir Ruacana und die Wasserfälle, die nur momentan keine sind. Wenig Wasser, es stürzt sich ein Rinnsal eine
eindrucksvolle Felsformation hinunter.

   

                 

Namibia, Epupa

Am nächsten Morgen auf zu den Epupa Wasserfällen, es ist mächtig heiss und es geht über eine wellige Straße, die immer wieder von Rievieren, das sind tiefe Querrillen, durch die das Wasser läuft, sofern eines vorhanden ist, unterbrochen wird.
Unterwegs machen wir Pause unter einem schattigen Baum, wir haben Gesellschaft von einem Himba-Jungen, der die ganze Zeit direkt neben uns auf einem Stein sitzt und uns interessiert beobachtet. Ich füttere ihn mit Brot, Wasser und gekochten Kartoffeln. Es scheint zu schmecken.
Der Weg ist gesäumt von riesigen Termitenhügeln, die alle Phallussymbolen ähneln, die mindestens 2,50 mtr. hoch sind und beinhart. Es gibt sie übrigens in verschiedenen Farben, je nach Bodenbeschaffenheit.
Alle freuen sich auf die Wasserfälle und hoffen auf ein kühles Bad. Die Wasserfälle sind toll, aber baden ist nicht, Krokodile. Es sind zwar weit und breit keine in Sicht, es will aber jetzt auch keiner mehr ins Wasser.
Übernachtung an einem traumhaften Platz, direkt am Wasser, mit dem Rauschen des Wasserfalls, alle sind der Meinung, das war bisher der beste Platz.

   

         

Namibia, Opuwo

Wir sind auf dem Weg nach Opuwo, Kaokoveld, Heimat der Himbas.
Die Landschaft wird grüner, mit roter Erde. Am Straßenrand ein paar Himbadörfer, die Straßen werden immer schlechter und wir sind die einzigen Touristen. Überhaupt haben wir die beste Reisezeit erwischt, es ist fast überall leer, kaum Touristen, wir haben nichts vorgebucht und bekommen überall die besten Plätze.
Ankunft in Opuwo, ein Ort mit vielen Menschen verschiedener Stämme. Es wimmelt überall. Eine Frau in Hererotracht kommt auf mich zu mit ausgebreiteten Armen und umarmt mich und redet auf mich ein, als würden wir ins schon Jahre kennen. Als ich frage, ob ich sie fotografieren darf, stimmt sie zu, schnappt sich unsere Nina und stellt sich in Position.
Ich find es total spannend, obwohl es einen gewissen Slumcharakter hat, es liegen Unmengen von Müll herum, die Menschen sitzen auf dem Boden im Schatten, wohnen in Wellblechhütten.
Meine jungen Mitfahrer fühlen sich eher unwohl und sind froh, als wir auf dem Berg in der Lodge den Nachmittag entspannt genießen.
    
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Namibia, Palmwag

Wir fahren weiter nach Palmwag, weg von der Küste ins Landesinnere, die Landschaft vor uns sieht aus wie Monument Valley in USA, es hat noch immer diese endlose Weite. Auf dem Weg ins Camp sehen wir Giraffen, Elefantenkot liegt auf der Straße, die waren aber offensichtlich vor 3 Monaten das letzte Mal da, es gibt zuwenig Wasser.
Die Giraffen haben unsere volle Aufmerksamkeit, sie kann man kaum erkennen, weil sie farblich in die Landschaft passen. Die Schönheit der Landschaft ist auch kaum zu überbieten. Mittlerweile ist es wieder gut heiß. Die Temperaturunterschiede sind sowieso ziemlich krass.
Bevor wir übernachten, machen wir noch eine Rundtour durch die Landschaft, das ist so eine Art festgetrampelter Weg. Rüttel und Schüttel, wir sehen auf dieser Strecke außer ein paar Giraffen nichts, aber ein traumhafter Sonnenuntergang. Auf dem Weg zurück, es wird schon ziemlich dunkel, die ganze Straße voll, bestimmt 200 Springböcke, Giraffen, im Abstand von vielleicht 5 Metern, wir wissen mal wieder nicht wo wir zuerst hinschauen sollen.
Am Camp angekommen, müde und erschöpft, keiner hat mehr richtig Lust zum kochen. Es ist anstrengend, aber schön.
Sensibilisiert auf die Tierwelt, huscht am Abend ein schwarzes Tier über den Platz, einer der Jungs sieht es und denkt sich alter Falter, ein Panther und ich bin der einzige der ihn sieht. Wie sich später herausstellen sollte … Eine schwarze Katze.

          

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Namibia, Torra Bay

Wir machen uns auf den Weg die Skeletoncoast entlang auf einer sog. Salzstrasse durch den Sand. Die Landschaft ist unwirklich, man hat das Gefühl man fährt über den Mond, unendlich weit, am Horizont ist kein Ende in Sicht, wir sind nur mit ganz wenig anderen unterwegs. Hauptsächlich Angler, mit riesigen Ruten, die vorne zu mehren in den Stoßfängern des Kühlers stecken. Wir haben ihnen den Namen Oryx-Toyota gegeben. Unsere beiden Autos sind Toyota Hillux, bequem zum fahren, aber umständlich zum campen. Wir sind den ganzen Tag nur am suchen und räumen. Die Campingausrüstung befindet sich in 6 identischen schwarzen Kisten und wenn man was sucht, ist es sicherlich in der letzten Kiste. Die schwarzen Kisten treiben uns in den Wahnsinn. Mittlerweile ist es ein Running Gag … Weiß jemand wo der Flaschenöffner ist? … In der schwarzen Kiste.

Wir schaffen unsere täglich gesteckten Ziele kaum, weil wir immer wieder anhalten zum schauen und staunen. Zum Schluss dürfen wir nicht in den Nationalpark einfahren, weil wir zu spät sind, dürfen aber in der Rangerstation übernachten und am nächsten morgen weiterfahren. Es ist kalt und windig und neblig, wir haben es uns aber in einem ausgedienten Haus gemütlich gemacht und kochen. Bei den sanitären Anlagen muss man am besten beide Augen zudrücken, nachspülen mit einem Wassereimer. Aber es stört keinen.

Unterwegs halten wir an einer Robbenkolonie, auf der mindestens 10.000 Robben leben, es ist ein Gebrüll und Gestank, die Robben liegen unmittelbar vor uns, keine 2 Meter, jede spricht eine andere Sprache, wie Esel, wie Pferd, wie Kuh, alles dabei, wir lachen uns kaputt. Jede Menge Jungtiere. Sowas unglaubliches hat noch keiner von uns gesehen.

Bei unseren diversen Zwischenstopps passiert es schon mal, dass wir stecken bleiben, aber mit Bergeseilen und Spaten, kommen wir immer wieder frei. Sehen zwar hinterher aus wie die Schweine, macht aber auch irgendwie Spass (ich muss dazusagen, wir sind nicht ganz normal!, hier muss man nicht stecken bleiben).

Die Küste ist fantastisch und trägt ihren Namen zurecht, der Strand liegt voll mit Skeletten von Walen und Robben und Seefahrern. Die Jungs haben gleich mal ein paar Knochen eingepackt.

   

                 

Namibia, Walvis Bay, Swakopmund

Je weiter wir nach Swakopmund kommen, umso diesiger und nebliger wird es. Es geht durch Sand- und Dünenlandschaften. Es ist schlagartig kalt geworden. Von der Stimmung her, wie bei uns im November. Irgendwie unwirklich.
Wir entscheiden uns für einen Campsite in Swakopmund direkt am Meer. Eigentlich wunderschön, aber es ist kalt und ungemütlich.
Am nächsten Tag Großeinkauf und Instandsetzung der ersten Ausfälle. Kühlschrank defekt. Beim Boschdienst lerne ich eine Frau kennen, die Bücher über Namibia und deren Frauen schreibt. Sehr interessante Begegnung. Überhaupt sind dir Leute hier unheimlich nett und freundlich und zuvorkommend, jeder ist für einen kleinen Plausch aufgelegt.

   

             

Namibia, Soussusvlei

Übernachten auf einem Campingplatz mitten in der Pampa, allerdings mit Pool, aus dem sich auch die Springböcke einen Schluck genehmigen, wenn keiner schaut.
Nationalpark Soussusvlei, Wüste und Dünen, soweit das Auge reicht in einem leuchtenden orange. Es ist einfach unglaublich schön.
Es ist heiß, sehr heiß.
In der größten Mittagshitze besteigen wir eine Düne, das muss schon sein. Picknick unterm Baum, in dem 2 Eulen sitzen. Wir staunen nur, wieviel verschiedene Tiere wir in kurzer Zeit schon gesehen haben.
Abends um 5 hat es noch immer 38 Grad. 

          

 

Namibia, Winthoek,

Ankunft in Winthoek auf einem überschaubaren Flughafen, erste Nacht in einem überschaubaren Winthoek, sieht alles eher amerikanisch als afrikanisch aus. Hauptsächlich Parkhäuser und Mall’s. Keine Innenstadt wie wir sie uns vorstellen. Alles super sauber, kein Auto parkt auf der Straße.
Die zwei jungen Männer, die ich dabei habe (Familieneigentum), werden bestaunt und angestarrt, von den Mädchen kommen lustige, schüchterne Kommentare. Im Supermarkt, der Spar heißt, bestellen wir auf englisch und bekommen Antworten in perfektem Deutsch. Wir kaufen “Gelbwurst und Rügenwalder Teewurst und amüsieren uns. Die Leute sind nett und freundlich und zuvorkommend. Es macht Spass.
Dann kommt der Regen. Es schüttet aus Eimern. Die Einheimischen sind glücklich darüber, wir eher nicht. Die Regenzeit ist eigentlich vorbei, aber es fiel zuwenig Regen.
Dann raus aus Winthoek Richtung Soussusvlei, nach vielleicht 5 km fahren wir nur noch auf Schotterpisten und es gibt Landschaft satt. Es ist schon wieder mal so schön, dass es sich kaum beschreiben lässt, es hat seine eigenen Farben, braun und grün und dann wieder gelb, der Landschaftsfetischist in mir jubelt. Das Land ist so weit, dass man drei Tage weit sehen kann.
Am Straßenrand laufen wie selbstverständlich Springböcke, Oryx-Antilopen, Affen, Zebras, Strauße, Aasgeier, Erdmännchen und weil ich mit der Selfie-Generation unterwegs bin, gibt’s Selfies mit Springböcken und Oryx und und und .. Allerdings nicht ganz einfach, denn wenn man aussteigt, rennen alle weg.

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